CEOs verlieren Vertrauen ins Wachstum
22. Global CEO Survey von PwC

13.05.2019
Mann in Anzug vor Laptop mit pessimistischer Miene

Top-Manager sind nicht mehr so optimistisch wie noch im Vorjahr: 2018 blickten so viele CEOs wie nie zuversichtlich auf die globale Wirtschaft. 2019 fällt dieses Vertrauen in die Zukunft dramatisch ab. Fast 30 % der Spitzenmanager glauben, dass das globale Wirtschaftswachstum in den nächsten 12 Monaten zurückgehen wird. In Österreich sind bereits 42,6 % dieser Meinung. Das sind etwa sechsmal so viele wie im Vorjahr (5%) – ein Rekordanstieg an Pessimismus

So lautet das Kernergebnis der 22. Global CEO Survey von PwC. Für die jährliche Studie wurden mehr als 1.300 CEOs aus 91 Ländern befragt. Die neuesten Ergebnisse stehen in deutlichem Gegensatz zum letztjährigen Rekordanstieg von 29 auf 57 % beim Optimismus im Zusammenhang mit den globalen Wachstumsaussichten.

Vertrauen in Wachstum sinkt

Die Sorge über das Wirtschaftswachstum senkt das Vertrauen österreichischer CEOs in die Aussichten für ihre eigenen Unternehmen: 38,3 % sind „sehr zuversichtlich“ was die Wachstumsaussichten ihrer Organisation in den nächsten 12 Monaten betrifft. Mit Blick auf die nächsten drei Jahre ist nur noch jeder dritte CEO (29,8 %) optimistisch.
Aber nicht alle Manager in Führungsetagen sehen schwarz: 42 % weltweit sind nach wie vor der Meinung, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessert haben, auch wenn dieser Wert im Vergleich zum Höchststand von 57 % im Jahr 2018 deutlich zurückgegangen ist. EU-weit sind 37,6 % weiterhin optimistisch.

Attraktivste Märkte

Die USA behalten ihre Position als Top-Wachstumsmarkt weltweit knapp bei, allerdings liegen sie mit 27 % unter dem Wert von 2018 (46 %). China als zweitattraktivster Markt verzeichnet ebenfalls einen Rückgang in der Beliebtheit von 33 auf 24 %. Die anderen Länder, die die Top fünf Wachstumsmärkte vervollständigen, sind Deutschland mit einem Rückgang von 20 auf 13 %, Indien mit 8 % (2018: 9 %) und Grossbritannien mit 8 % (2018: 15 %). Indien ist der aufstrebende Star auf der Liste, der kürzlich China als am schnellsten wachsende grosse Volkswirtschaft überholt hat. Für Österreichs CEOs ist Deutschland mit 42,6 % der attraktivste Markt, gefolgt von den USA (31,9 %) und China (23,4 %).

Die grössten Sorgen

Österreichs CEOs sorgen sich um Überregulierung (72,3 %) und die Zukunft der Eurozone (70,2 %), gefolgt von geopolitscher Unsicherheit (68,1 %), Handelskonflikten (66 %), Fachkräftemangel (66 %) und Cyberbedrohungen (66 %). Weltweit sind Handelskonflikte, politische Unsicherheit und Protektionismus als Top 10 der bedeutendsten Bedrohungen für das Wachstum an die Stelle von Terrorismus, Klimawandel und zunehmender Steuerbelastung gerückt.

Aufholbedarf bei Data Analytics

CEOs weltweit haben Probleme mit ihrer Datenkompetenz. Trotz Milliardeninvestitionen in die IT-Infrastruktur erhalten CEOs nach wie vor keine umfassenden Daten, die nötig wären, um Entscheidungen über den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu treffen.
In Österreich schafft es knapp die Hälfte der Führungskräfte nicht, Daten extern einzuholen. 45,8 % sagen, ihre Kunden wollten die Daten nicht teilen. Als weiteren Grund nennen CEOs die geringe Zuverlässigkeit von Daten (45,8 %), gefolgt vom Mangel an analytischen Talenten (41,7 %). 

Künstliche Intelligenz (KI)

70 % der österreichischen CEOs sind sich einig, dass Künstliche Intelligenz ihr Geschäft in den nächsten fünf Jahren stark verändern wird. Mehr als die Hälfte (55,3 %) erwartet sogar, dass KI eine grössere Auswirkung als das Internet haben wird. Trotzdem hat knapp ein Drittel (29,8 %) derzeit „keine Pläne“ für den Umgang mit KI. 31,9 % planen, dieses Thema in den nächsten drei Jahren „zu verfolgen“.

FOTO: iStock / Getty Images Plus/anyaberkut

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