Co-Working und Home Office

11.07.2022
Laptops mit tippenden Händen im Kreis um einen Tisch platziert. (Bild © Adobe Stock/leonidkos)
Co-Working hat positive Effekte auf den Klimaschutz. (Bild © Adobe Stock/leonidkos)

Die Frage, wie wir in Zukunft arbeiten werden, stand im Mittelpunkt einer repräsentativen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY im Januar 2022 unter über 1.000 Beschäftigten im Angestelltenverhältnis in Österreich.

Die aktuelle Situation stellt sich folgendermassen dar: Drei von vier Angestellten (74 %) arbeiten Vollzeit – männliche Beschäftigte deutlich häufiger als weibliche. Bei den Männern sind gut neun von zehn (91 %) in Vollzeit tätig, bei den befragten Frauen sind es 56 %.

Ein Drittel der Arbeitszeit im Home Office

54 % der Angestellten  hat derzeit die Möglichkeit, zumindest teilweise im Home Office zu arbeiten – diese wird für durchschnittlich ein Drittel der Gesamtarbeitszeit genutzt. Für eine vermehrte Home Office Tätigkeit sprechen insbesondere lange Arbeitswege und eine gute Ausstattung der Heimbüros, gegen ausschliessliches Arbeiten zu Hause insbesondere die fehlende soziale und fachliche Interaktion und die fehlende räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. 

Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass die österreichischen Unternehmen im heutigen Fachkräftemangel- und Bewerbermarkt rasch gangbare neue Lösungen finden müssen, die die Vorteile beider Arbeitsformen – Büro und Home Office – vereinen, denn für Jobsuchende seien flexible Arbeitsmodalitäten und ein gut erreichbarer und ausgestatteter Ort mittlerweile sehr wichtig

Im Home Office fehlt die Interaktion

Durchschnittlich ein Drittel der Arbeitszeit (33 %) wird zuhause geleistet. Bei Angestellten in der Altersgruppe 50 plus liegt der Anteil mit 38 % am höchsten, bei jenen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren mit 30 % am niedrigsten. 

Laut Studie sind die Gründe dafür, dass etwa der Home Office Anteil an der Wochenarbeitszeit oftmals vom Arbeitgeber begrenzt ist. Doch es gibt auch intrinsische Faktoren, die für viele Angestellte gegen Home Office sprechen. So gibt jeweils etwa ein Drittel der Befragten an, die räumliche Abwechslung, den Kontakt mit Kollegen und die Interaktion und Dynamik bei Terminen vor Ort zu vermissen.

Interesse an Co-Working-Spaces

Derzeit nutzten nur 5 % der Befragten einen Co-Working-Space für die Arbeit. Am höchsten ist der Anteil der Nutzer mit 10 % in der Finanzindustrie, gefolgt von der Industrie (7 %). Ein Viertel der Befragten würde allerdings zumindest temporär den Arbeitsort wechseln wollen, würde der eigene Arbeitgeber eine Aussenstelle bzw. ein Büro haben, das näher am eigenen Wohnort liegt. Weitere 28 % der Befragten können sich das zumindest gut vorstellen.

Besonders interessiert sind junge Angestellte unter 30 (67 %). Mehr als jeder Vierte (27 % der Befragten) gaben sogar an, dass sie vielleicht sogar den Arbeitgeber wechseln würden, wenn die neue Arbeitsstelle einen Co-Working-Space bereitstellen würde. 

Weniger CO2-Emissionen durch Co-Working

Die wichtigsten Vorteile des Co-Working-Spaces in Wohnortnähe sind aus Sicht der Arbeitnehmer kürzere Wege zum Arbeitsplatz (51 %), eine klare Trennung von Arbeit und Privatleben (42 %) und eine bessere Arbeitsausstattung als in den eigenen vier Wänden (35 %) sowie die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Personen (33 %). 

Diese Vorteile wirken sich auch deutlich auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit aus: Wenn alle Angestellten gemäss ihrer Präferenzen flächendeckend Co-Working-Spaces nutzen und ihr Verkehrsmittel frei wählen würden, so würde jeder einzelne Angestellte in Österreich jährlich 1.020 km Fahrtstrecke und damit 252,65 Kilogramm CO2 einsparen. Bei derzeit 2,3174 Mio. Angestellte in Österreich wären das 585.563 Tonnen CO2 pro Jahr.

Auch Unternehmen profitieren von Co-Working

Die Studie betont auch die Vorteile von Co-Working-Spaces für die Unternehmen: Gerade im Recruiting und der Mitarbeiterbindung seien Co-Working-Spaces in der Nähe der Mitarbeitenden ein absoluter USP im Wettbewerb um die besten Köpfe.

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