Edelsteine als Investment

16.05.2023
Foto von einer Pinzette die einen Edelstein aufhebt (Bild © The Natural Gem)
Zu den Steinen, die sich am besten für Investitionen eignen, zählen Rubin, Saphir und Smaragd. (Bild © The Natural Gem)

Die Nachfrage nach alternativen Investments, worunter auch Edelsteine fallen, steigt vor allem in Zeiten wie diesen, neben der aktuellen Covid-19-Krise enorm. Nicht verwunderlich, da nichts auf der Welt so eine derart hohe Wertkonzentration aufweist wie Edelsteine. Problemlos kann beispielsweise ein Rubin in der Größe eines Fingernagels den Gegenwert von 2-3kg Gold darstellen.

Seit jeher sind Edelsteine für Menschen ein sicheres und profitables Anlagegut, sie waren stets ein Zeichen von Macht und Reichtum bei Adeligen, Herrschern und Oberhäuptern der Kirche. Bis heute füllen sie Schatzkammern und werden als Schmuck getragen.

Der „Cullinan“ war der größte je gefundene Diamant, er hatte ein Rohgewicht von 3.106 Carat und wurde drei Jahre nach seinem Fund in 105 Steine zerteilt. Die neun größten Steine sind bis heute Teil der britischen Kronjuwelen. Der größte (auch „Great Star of Africa“ genannt) ist Teil des Zepters, der zweitgrößte ziert die Krone selbst. Auch die böhmische Wenzelskrone ist beispielsweise mit über 90 Edelsteinen verziert, allem voran mit Rubin, Saphir, Smaragd und Spinell.

Neben ihrem Einsatz in Schmuck und als Symbol der Macht zählen Edelsteine seit jeher auch als Wertspeicher und nicht-monetäres Zahlungsmittel – dies erklärt auch ihren Status als Fluchtwährung und Symbol des Neuanfangs in schwierigen Zeiten.

Doch nicht jeder Edelstein eignet sich automatisch als Investment, auch wenn er schön anzusehen und für reine Schmuckzwecke geeignet ist. Als Wertanlage eignen sich grundsätzlich nur geschliffene und naturfarbene, unbehandelte Edelsteine; also jene, die nicht in ihren optischen Eigenschaften verändert wurden. Dies ist über Zertifikate von unabhängigen gemmologischen (Gemmologie = Lehre von Edelsteinen) Laboren nachzuweisen. Allen voran sind hier „die großen Drei“ – Rubin, Saphir und Smaragd – genannt, gefolgt von bspw. Spinell, Alexandrit oder auch Turmalin.

Der wohl bekannteste Edelstein ist der Diamant, weshalb Menschen bei Edelsteinen auch meist zuerst an diesen denken. Weiße Diamanten gelten langfristig betrachtet als wertstabil, sind daher erst ab einem Investmenthorizont von 20 Jahren empfohlen, Farbedelsteine und natürliche Farbdiamanten sind bereits ab einem Zeitraum von 5 Jahren aufwärts interessant.

Worauf sollte man bei der Investition in Edelsteine achten?

Als Laie die richtige Auswahl zu treffen ist gar nicht so einfach. Wichtig ist, dass der Edelstein naturfarben und unbehandelt ist. Weiters ist ein international anerkanntes Zertifikat eines unabhängigen gemmologischen Labors entscheidend, da dieses die wesentlichen Eigenschaften des Edelsteins beschreibt. Auf diesem müssen die Bezeichnung sowie die Qualitätsmerkmale des Edelsteins ausgewiesen sein, also beispielsweise, ob der Stein natürlichen Ursprungs, naturfarben und unbehandelt ist sowie Gewicht und Maße – im Idealfall ergänzt um die Herkunft. Dies kann den Wert des Steins beträchtlich erhöhen. Ein Wertgutachten von gerichtlich beeideten Sachverständigen hilft dem Käufer, den Wert eines Edelsteins einschätzen zu können.

Zahlt sich eine Investition in Edelsteine aus und wieviel sollte man investieren?

Naturfarbene, unbehandelte Rubine und Saphire weisen über die letzten Jahrzehnte eine durchschnittliche Wertsteigerung von 5-8 % pro Jahr auf, knapp dahinter der Smaragd. Wachsende Nachfrage bei gleichzeitig rückläufigen Fundmengen sorgen zusätzlich dafür, dass die Preise steigen. Edelsteine sind klein und benötigen keine besonderen Lagerbedingungen und lassen sich hervorragend in Schmuck gefasst tragen. Dies sind nur einige Gründe, weshalb eine Integration von Edelsteinen in einem diversifizierten Portfolio Sinn macht – zumeist neben Gold, Immobilien, Wertpapieren und Private Equity, aber eben auch Kunst, Uhren oder Oldtimern.

Generell gilt als Faustregel, rund 10-20 % des verfügbaren Vermögens in Edelsteine zu investieren.

Wie und wo kann man Edelsteine kaufen und verkaufen?

Für Edelsteine gibt es im Gegensatz zu Gold keinen globalen liquiden Markt oder Tageskurse. Namhafte, seriöse Edelsteinhändler sind auf den Verkauf von hochqualitativen, zertifizierten Edelsteinen spezialisiert. Diese sind ihren Kunden auch gerne behilflich, wenn es um eine mögliche Veräußerung geht. Zudem finden regelmäßig Auktionen in renommierten Häusern statt.

 

Thomas SchröckAutor

Dr. Thomas Schröck, promovierter Ökonom und ausgebildeter Gemmologe ist seit über 30 Jahren Edelsteinexperte und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens „The Natural Gem GmbH“ mit Sitz in Wien, Österreich. Der erfahrene Gemmologe und Experte für Edelstein-Investments verfasste das Werk “Investieren in Edelsteine: Geldverdienen mit den schönsten Dingen der Welt”, welches mittlerweile auch in englischer Sprache herausgegeben wurde.

www.thenaturalgem.com

 

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Kommentare

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Mai 23

Stabiles Investment...

Urs Weber

...vor allem, wenn man die Volatilität von Gold (welches ja als das klassisch-, langfristig wertstabile Investment gilt). Wichtig ist nur, wirklich zu einem Fachmann für Edelsteine zu gehen, keine "Schnäppchen" am Urlaubsstrand machen zu wollen...