ESTERHAZY: Leitbetrieb mit Tradition

29.09.2021
Hotelprojekt in Eisenstadt (c) Architektur Hohensinn

Der Schweizer Stefan Ottrubay leitet seit mittlerweile 20 Jahren die Esterhazy Unternehmensgruppe, die sich unter seiner Führung zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsbetriebe des Burgenlandes entwickelt hat. Für die Zukunft der Gruppe hat er noch einiges vor.

hub: Herr Ottrubay, wie haben Sie als Schweizer diese traditionsreiche österreichische Institution geprägt?

Stefan Ottrubay: Anfang der 2000er-Jahre durfte ich auf Wunsch von Melinda Esterházy, der Alleinerbin des Besitzes, die Leitung der Unternehmensgruppe übernehmen. Als Erstes mussten wir für alle Bereiche neue Rahmenbedingungen schaffen: von der Gründung der Manage­mentgesellschaft Esterhazy Betriebe im Jahr 2001 bis hin zur Einrichtung eines Direktionsrates im Jahr 2013, der Kontroll- und Steuerungsaufgaben übernahm. Wir haben überall moderne Führungsstrukturen eingeführt. Die Bereiche wurden auf Herz und Nieren geprüft und strategisch neu ausgerichtet. Heute hat Esterhazy zwölf recht eigenständige Unternehmensbereiche. Als Ergebnis konnten wir den Unternehmenswert um über 300 Mio. Euro steigern. Die Umsätze und die Betriebsgewinne in den grossen Wirtshaftbereichen haben sich in dieser Zeit mehr als verdreifacht. Dabei haben wir weit über 100 Mio. Euro in die Substanz und die unternehmerische Entwicklung der Gruppe und in den Erhalt und die Aufwertung des Kunstbesitzes investiert.

hub: Wie ist Esterhazy für die Zukunft gerüstet?

Ottrubay: In den vergangenen 20 Jahren ist es gelungen, uns umfassend zu modernisieren und in zahlreichen Bereichen als Leitbetrieb zu agieren. Zum Beispiel in der Landwirtschaft, wo wir die über 3.000 ha eigenbewirtschafteten Flächen schon vor über 15 Jahren auf biologische Bewirtschaftung umgestellt haben.  Aber auch in der Forstwirtschaft, wo der drohende Klimawandel frühzeitig erkannt wurde und wir auf Laubmisch­wälder umgestiegen sind. Das Weingut mit über 90 ha stellen wir derzeit auf biologischen Weinbau um. Wir gewinnen dort auch laufend wichtige Auszeichnungen, was unseren Exportanteil auf über 50 % angehoben hat.

Sehr wichtig sind für uns das breite Feld Tourismus, insbesondere der Kultur­tourismus, und der Hospitality-Bereich.  Hier empfangen wir jährlich weit über 500.000 Besucher in unseren Lokationen. Wichtige Säulen sind die Oper in St. Margarethen, das Klassikfestival Herbstgold im September und natürlich die vielen gewichtigen Initiativen im Bereich von Hotellerie und Gastronomie. 

Mit der Vielfalt und Breite zählen wir mittlerweile in Ostösterreich zu den wichtigen wirtschaftlichen Unternehmen.

hub: Wie ist die Esterhazy Unternehmensgruppe durch die Coronakrise gekommen und was wird die Zukunft den Betrieben bringen?

Ottrubay: Wir haben nur geringe Umsatzeinbussen erlitten und konnten unsere Mitarbeiter weiter beschäftigen. Zusätzlich haben wir in der schwierigen Zeit unseren berufstätigen Eltern mit Eltern-Kind-Büros und zusätzlichen Betreuungsangeboten unter die Arme gegriffen. Durch die Krise wurden auch Digitalisierungsprojekte wie esterhazy@home, ein Projekt, um Erlebnis in Kunst und Kultur zu Hause zugänglich zu machen, schneller umgesetzt. Wir blicken optimistisch in die Zukunft und planen für die nächsten fünf Jahre Investitionen von rund 220 Mio. Euro, vor allem im Bereich der Immobilien. Vergangenes Jahr erfolgte der Spatenstich für das 120-Zimmer-Vier-Sterne-­Superior-Hotel PAUL'S, das im Sommer 2022 eröffnet wird, sowie Wohnungen und Büroflächen. Als Anbieter vielfältiger Veranstaltungen – von klassischen Konzerten in den historischen Räumlichkeiten des Schlosses Esterházy über Kongresse bis zu grossen Festivals im Schlossquartier oder Oper und Konzerten im Steinbruch St. Margarethen – ist uns seit Jahren das Fehlen einer adäquaten Hotelstruktur ein tief empfundener Mangel. Damit wurde das Hotel in Eisenstadt der nächste logische Schritt in der Aufwertung der Region.

hub: Wir danken für das Gespräch!

www.esterhazy.at

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