Währungs-Update EUR/CHF
Juni 2022

13.06.2022
Euromünze und Frankenmünze über einem Diagramm (Foto: Shutterstock)
Die weitere Entwicklung von Euro und Franken hängt stark von den angedeuteten Zinserhöhungen der EZB und der Entwicklung des Ukraine-Kriegs ab. (Foto: Shutterstock)

Kurs EUR/CHF YTD Mai 2022Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine stieg der Schweizer Franken im März auf ein 7-Jahreshoch gegenüber dem Euro, gab diese Gewinne jedoch wieder ab, da die Inflation und die Zinsdifferenzen derzeit mehr Aufmerksamkeit erregen.

1:1 für Dollar und Franken

Der Schweizer Franken fiel zum ersten Mal seit drei Jahren auf ein 1:1-Verhältnis zum US-Dollar, was einer Abwertung von 8% seit Anfang 2022 entspricht. Der Franken erholte sich jedoch, als die Risikobereitschaft nachließ, was die Nachfrage nach traditionellen Fluchtwährungen ankurbelte. Unterstützt wurde die Erholung auch durch die geldpolitisch restriktiven Äußerungen des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Thomas Jordan, der die Inflation in den Mittelpunkt der Diskussion rückte. Er deutete an, dass die Zinssätze erhöht werden könnten, falls die Inflation weiter ansteigen sollte, betonte jedoch, dass Negativzinsen und Währungsinterventionen für das Mandat der SNB wichtig bleiben.

  • Die schweizerische Verbraucherpreisinflation erreichte im April ein 13-Jahreshoch von 2,5% und entsprach damit den Erwartungen.
  • Die Erzeuger- und Importpreise stiegen um 6,7%. Das entspricht dem höchsten Anstieg seit 1981.

Niedrigster EUR-USD-Kurs seit 20 Jahren

Der Euro, der sich seit Jahresbeginn im Hintertreffen befindet, rutschte in der ersten Maihälfte weiter ab und fiel gegenüber dem Greenback auf einen der niedrigsten Kurse der letzten 20 Jahre. Währungspolitische Divergenzen und ein sprunghafter Anstieg der Volatilität an den US-Tech-Aktien- und Kryptomärkten verstärkten die weltweite Nachfrage nach US-Dollar – zu Ungunsten des Euro. Während ein mögliches 1:1-Szenario die Schlagzeilen der Finanzmedien beherrschte, erlebte die europäische Währung in der zweiten Monatshälfte einen spektakulären Aufschwung, der durch die verstärkten Erwartungen an einen bevorstehenden Beginn von Zinserhöhungen in der Eurozone in diesem Sommer begünstigt wurde.

  • Nach einem Rückgang auf 1,0350 USD erholte sich der Kurs des Währungspaars EUR/USD Ende Mai auf 1,07 USD, nachdem Christine Lagarde ein Ende der Negativzinsen bis September angedeutet hatte.
  • Die Europäische Kommission senkte ihre Wachstumsprognose für die Eurozone für 2022 um 1,3% auf 2,7% und für 2023 um 0,4% auf 2,3%.
  • Der Euro schien bereit, seinen ersten monatlichen Gewinn in diesem Jahr gegenüber den beiden nordamerikanischen Währungen (CAD und USD) zu verzeichnen, während er gegenüber dem Yen (Fluchtwährung) erstmals seit drei Monaten Einbußen erlitt.

SNB könnte bei Zinserhöhungen der EZB mitziehen

Die Marktteilnehmer werden sich vor allem darauf konzentrieren, die Ungewissheit der anhaltenden geopolitischen Spannungen und das wachsende Risiko einer weltweiten Rezession zu bewältigen. Die niedrige und negative Korrelation des Schweizer Franken mit den globalen Aktienmärkten könnte dazu führen, dass er in einem risikoaversen globalen Umfeld weiter an Wert gewinnt, insbesondere wenn der US-Benchmark-Aktienindex in einen Baisse-Markt abrutschen sollte. In der Zwischenzeit werden auch die Inflation und die Geldpolitik weiterhin die Wechselkurse beeinflussen. Der jüngste Grundsatzbeschluss der SNB dürfte weitere Anhaltspunkte für die Bedingungen und den Zeitpunkt einer möglichen Zinserhöhung durch die Zentralbank liefern.

  • Wenn die Europäische Zentralbank eine Reihe von Zinserhöhungen durchführen sollte, die für dieses Jahr erwartet werden, ist es wahrscheinlicher, dass die SNB diesem Beispiel folgt, da andernfalls ein schwächerer CHF den Inflationsdruck in der Schweiz verstärken könnte.
  • Höhere Zinserwartungen in der Schweiz dürften auch dazu beitragen, dass der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar nicht weiter an Boden verliert und sich die Renditedifferenzen verringern.

Ausweitung des Krieges in der Ukraine belasten die Kursenwicklung des Euro

Fehlstart oder erste Anzeichen für eine stärkere Erholung? Das ist die Frage für den Euro, dessen jüngste Kurserholung im Juni einen Belastungstest wird bestehen müssen. Die europäische Währung dürfte stark von den Leitlinien der EZB-Vertreter in diesem Monat abhängen, die wohl bestätigen werden, dass im Juli die erste Zinserhöhung seit 2011 ansteht. Eine frühzeitige Straffung in diesem Monat kann nicht ausgeschlossen werden, falls es zu erheblichen positiven Überraschungen bei der Preisentwicklung kommt. Die Ausweitung des Krieges in der Ukraine und die Nervosität an den Aktienmärkten belasten nach wie vor die Kursentwicklung des Euro, so dass die europäische Währung auf das geringste Anzeichen einer Entspannung (Tendenz nach oben) oder einer Eskalation (Tendenz nach unten) der Sorgen reagieren dürfte.

  • Der Devisenhandel setzt auf eine erste Zinserhöhung im Juli, aber eine drastische Korrektur der EZB-Prognosen für Wachstum und Inflation könnte die Zentralbank dazu veranlassen, bereits im Juni mit einer Straffung zu beginnen.
  • Solange der Krieg in der Ukraine andauert, droht den europäischen Volkswirtschaften weiterhin eine Gaskürzung durch Russland. Ein Nachlassen der Spannungen würde den Appetit auf europäische Vermögenswerte neu entfachen.
  • Das Aufwärtspotenzial für den Euro hängt sowohl von den geldpolitischen Divergenzen zwischen den Vereinigten Staaten und der Eurozone als auch von der globalen Stimmung an den Finanzmärkten ab (Risikobereitschaft/-aversion).
 

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