Wirtschaft braucht Schlaf
Stimmen aus Medizin, Forschung und Medien beim Top Talk

v.l.n.r.: Urs Weber, Kathrin Gulnerits, Daniela Schmidt, Andreas Uttenweiler, Bruno Pramsohler © leadersnet.at / D. Mikkelsen
v.l.n.r.: Urs Weber, Kathrin Gulnerits, Daniela Schmidt, Andreas Uttenweiler, Bruno Pramsohler © leadersnet.at / D. Mikkelsen
Donnerstag, 15.01.2026 - 17:30 - 21:00
Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein, Schwindgasse 20/4, A-1040 Wien

Am 15. Jänner fand in den Räumlichkeiten der Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein in Wien der erste Top Talk zum Thema Schlafgesundheit statt. Im Rahmen der Veranstaltung sprachen Marco Hafner (Senior Research Leader, RAND Europe), Dr. Bruno Pramsohler (Neurologe und Schlafmediziner), Daniela Schmidt (Ö3-Moderatorin) sowie Dr. Andreas Uttenweiler (Idorsia).

Rund jeder fünfte Erwachsene in Österreich ist von chronischer Insomnie betroffen. Ein Umstand, der längst nicht mehr nur als individuelles Gesundheitsproblem gilt, sondern auch ein ernstzunehmender wirtschaftlicher Faktor geworden ist. Welche Auswirkungen Schlaflosigkeit auf Gesellschaft, Unternehmen und das Gesundheitssystem hat, stand im Mittelpunkt des Abends. Die Diskussion zeigte klar: Schlafgesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit – in der persönlichen Verantwortung ebenso wie in Unternehmen und in der Politik.

Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter:innen für das Thema sensibilisieren, betonte Keynote-Speaker Marco Hafner, Senior Research Leader bei RAND Europe und sieht Raum für Verbesserungen.

Hafner präsentierte Zahlen aus seiner Studie The societal and economic burden of Insomnia: „Allein in Österreich entstehen jährlich Produktivitätsverluste von rund 2,6 Milliarden Euro durch Schlafstörungen.“ Betroffene verlieren bis zu 54 Arbeitstage pro Jahr – ein unsichtbarer Kostenblock, den Unternehmen nicht länger ignorieren können. Hafner machte klar: Wer Schlaf ignoriert, ignoriert Wirtschaftlichkeit.

Auch das darauffolgende Panel unter Moderation von News Chefredakteurin Kathrin Gulnerits betonte den Zusammenhang von Schlaf und Produktivität sowie die Notwendigkeit, hier wie bei Ernährung oder Fitness aktiv zu werden. Als Unternehmen und als Politik. Dr. Bruno Pramsohler, Neurologe und Schlafmediziner, erklärt:

Das Gehirn ist schlafbereit, wenn man sich beim Lesen den letzten Satz nicht mehr merken kann.

Diese Schlafbereitschaft oder im Gegensatz dazu die Zeichen von Insomnie haben vier Ursachen, die Pramsohler im Podium erläuterte. Stressbedingte Insomnie macht dabei wie Depression, Restless-Legs-Syndrom und Schlafapnoe den identen Anteil aus.

Daniela Schmidt, Ö3-Moderatorin, brachte die persönliche und gesellschaftliche Perspektive ein:

Um Verantwortung für mich selbst übernehmen zu können, muss mir das Problem bewusst sein und ich muss offen dazu stehen können und nicht stigmatisiert werden.

Die Diskussion machte deutlich: Chronische Insomnie ist bereits jetzt ein „unsichtbarer Kostenfaktor“, der gezielte Maßnahmen erfordert.

Dr. Andreas Uttenweiler von Idorsia brachte die Erkenntnisse aus der Disskussion auf den Punkt:

Es gibt Handlungsempfehlungen, bis etwas passiert, ist noch ein langer Atem notwendig.

 

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