Seit 100 Jahren vernetzt.

Ein Jahrhundert HKSÖL bedeutet auch ein Jahrhundert erfolgreicher Vernetzungen. 

Der Gedanke der Vernetzung ist es auch, warum die Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein überhaupt aus der Taufe gehoben wurde. Durch die intensiven Kontakte innerhalb der Donaumonarchie waren die öster­reichischen Verbindungen in den heutigen CEE-Raum nach wie vor lebendig. Davon konnten andere Staaten nur träumen. Die Schweiz hat das schnell erkannt. Mit der Gründung der HKSÖL stand plötzlich ein internationales Netzwerk zur Verfügung, das es zuvor so weder zwischen der Schweiz und Österreich noch unter den anderen ehemaligen Kronländern und der Schweiz gegeben hatte.

Person to Person
Einerseits ist es die gezielte persönliche Vernetzung. Der Kunde definiert eine bestimmte Person, aber auch eine bestimmte Funktion in einem Unternehmen, mit der er in Kontakt treten will. Hat die HKSÖL passende Kontakte, nimmt sie den Kontakt auf und bemüht sich um die weitere Vernetzung. Dabei steht wie immer der hohe Anspruch an die eigene Seriosität der Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein im Vordergrund. Urs Weber: „Hat die gesuchte Ansprechperson kein Interesse daran, sich mit der anfragenden Person oder deren Unternehmen zu vernetzen, respektieren wir das. Es kommt aber auch vor, dass wir Aufträge gar nicht annehmen, weil wir keine Erfolgsaussichten für eine Vernetzung sehen oder weil – was selten, aber doch vorkommen kann – es aus unserer Sicht Gründe gibt, dem Auftraggeber nicht zu vertrauen.“

Gemeinsam unterwegs
Andererseits gibt es durch die HKSÖL auch zahlreiche Netzwerkangebote im Eventbereich, bei denen sich hochkarätige Entscheider austauschen können. Die Events sind zwar im Moment corona-bedingt ausgebremst. Man nutzt aber die Zwangspause bereits intensiv, um neue spannende Themen, Locations und Teilnehmende zu fixieren sowie die Formate zu verfeinern.
Denn bald sollen wieder rund 20 Events pro Jahr zum Netzwerken einladen. Dafür gibt es vier etablierte Eventformate, die unterschiedlich aufgebaut sind und unterschiedliche Ziele verfolgen. Das reicht von der themenbezogenen und stets hochkarätig besetzten „Top Speakers Lounge“ mit über 100 Teilnehmern bis hin zu den sehr exklusiven „Friends 4 Friends“­Racletteabenden, zu denen bewusst nur die Top-Führungskräfte geladen werden. Heinz Felsner, Präsident der Handelskammer Schweiz–Österreich–Liechtenstein: „Wir sehen unsere Veranstaltungen als Möglichkeit des Zusammentreffens, Kennenlernens und Austauschs für jede Art und Grösse von Unternehmen. Unseren Gästen bieten wir durch spannende Wirtschafts­themen Denkanstösse und regen zum Diskutieren an.“

Lindt-Stand auf Gruppenausstellung 1962, (c) HKSÖL

Zusammenfinden, ohne zu suchen
Networking spielt bei den HKSÖL-Veranstaltungen eine sehr grosse Rolle. Die Gäste können ihre potenziellen Partner oder Kunden in einem entspannten Rahmen ansprechen und sich austauschen. Bei einem guten Glas Wein oder beim Anstellen um einen Teller köstliches Raclette lernt man sich leichter kennen als über die diversen Assistentinnen im Vorzimmer der Führungskräfte. Das beweisen auch die Erfolgsgeschichten von Partnerschaften, die über einem Teller mit geschmolzenem Käse oder beim Anstossen in angenehmem Ambiente ihren Ausgang genommen haben. Davon gab es im letzten Jahrhundert unzählige. Urs Weber: „Durch unsere Veranstaltungen haben sich bereits erfolgreiche Geschäftsbeziehungen entwickelt, es sind langjährige Partnerschaften und innovative Ideen entstanden.“    

Einst & Jetzt
Die HKSÖL bot ihren Mitgliedern von jeher auch die Möglichkeit, ihre Unternehmen im Rahmen von Veranstaltungen und Kooperationen zu präsentieren. Auch schon 1962 bei der Gruppenschau schweizerischer Industriefirmen der schweizerischen Handelskammer auf der Welser Messe. Bis heute haben die Sponsoren der Events der Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein auch im Aussenauftritt der HKSÖL ­einen herausragenden Stellenwert.

 

April 2021

„Für gutes Netzwerken muss der Kopf frei für
neue Ideen sein.“

Eva-Maria Kubin

Geschäftsführerin COPE Content Performance Group GmbH

„Ich halte es eigentlich mit dem Motto ‚Netzwerke schaden nur dem, der keine hat‘. Es gibt zwei Arten von Netzwerken, die für mich relevant sind: zum einen die, die ich mit einem konkreten Ziel pflege und die, bei denen der Fun-Faktor und das reine Inspirieren im Vordergrund stehen. Was ich besonders schön finde, ist zu sehen, wie sich mein persönliches Netzwerk immer weiterentwickelt. Manche Kontakte werden immer wieder intensiver, andere entfernen sich auch mit der Zeit, wenn es nicht genügend Gemeinsamkeiten und berufliche Anknüpfungspunkte gibt. Aber in Summe entstehen immer mehr und vielseitigere Verbindungen. Der beste Tipp für alle, die damit starten wollen, ist: zuerst geben, dann erst nehmen. Wenn jemand egoistisch und nur auf den eigenen Vorteil bedacht an die Sache herangeht, wird er vielleicht am Anfang Erfolg haben, mittel- und längerfristig aber bestimmt keinen mehr. Auch Vorurteile beim Kennenlernen sind kein guter Ratgeber, wenn es um Netzwerke geht. In meinen 30 Jahren Berufserfahrung gab es schon viele Kontakte, die anfangs eher nicht sehr vielversprechend ausgesehen haben, sich dann aber als menschlich enorm bereichernd oder auch beruflich höchst relevant entpuppt haben. So werden manchmal private Netzwerke zu beruflichen und umgekehrt. Damit so etwas geschehen kann, muss man den Kopf frei für neue Ideen und Inspirationen haben. Ich bin überzeugt davon, dass man das am besten schafft, indem man andere nicht im Konferenzsaal eines Unternehmens, sondern in angenehmer und entspannter Atmosphäre kennenlernt. Ich bin daher immer wieder gern bei diversen Veranstaltungen der Handelskammer Schweiz–Österreich–Liechtenstein und freue mich schon auf die Zeit, wenn sie wieder in gewohnter Weise – gänzlich analog – stattfinden.“

„Es geht mir primär
darum, andere Menschen
kennenzulernen.“

Michal Spiller

CEO Lindt & Sprüngli Austria

„Ich denke, man muss an Menschen interessiert, neugierig, begeisterungsfähig und offen für neue Ideen, Kooperationen oder den einfachen Wissens- und Erfahrungsaustausch sein. Nicht jeder Kontakt muss zu einem wirtschaftlichen Erfolg führen, auch wenn ich nicht unglücklich darüber bin, wenn ich mehr Menschen für unsere Schokolade begeistern kann. Wichtig ist, dass der Austausch auf gegenseitiger Unterstützung, nicht auf persönlichen Vorteilen basiert, dann ist ein Netzwerken erfolgreich. Gerade in Zeiten von Corona entdeckt man wieder den Wert des persönlichen Treffens, auch wenn ich die Möglichkeiten des digitalen Networkings zu schätzen weiss. Dabei schätze ich das Miteinander in Österreich, ob innerhalb unserer Branche oder in Netzwerken wie der Handelskammer, das habe ich in anderen Ländern weniger intensiv erlebt. Das Angebot an Networkingmöglichkeiten ist gross. Die Mischung macht es aus, mal ein spannender Vortrag, mal eine abwechslungsreiche Branchen- oder eine gesellschaftliche Veranstaltung – am liebsten sind mir Austauschmöglichkeiten mit authentischen Gesprächen in angenehmer Atmosphäre, wie z. B. bei der Wirtschaftswanderung. Die HKSÖL versteht es wunderbar, bei Networking-Gelegenheiten eine Balance zwischen fachlichem Inhalt und gesellschaftlich angenehmer Atmosphäre zu finden und Menschen pragmatisch zu vernetzen. Als in ­Österreich lebender Schweizer schätze ich es ganz besonders, mich mit Gleichgesinnten über deren Erfahrungen im beruflichen wie im privaten Bereich auszutauschen. Und schliesslich freue ich mich, bei unseren Events neben der Schweizer Schoggi immer wieder auch Raclette-Käse und guten Walliser Weisswein kosten zu können.“

Jubiläums-Wordrap

Gerhard Frei ist Geschäftsführer von Emmi ­Österreich GmbH, seit 2013 im Direktions­rat der HKSÖL und seit Mai 2019 Vizepräsident. 

Gerhard Frei (c) Emmi Österreich GmbH
  • Netzwerken bedeutet für mich ... sich mit interessanten Menschen  auszu­tauschen
  • Zuletzt habe ich mich erfolgreich ­vernetzt … mit Florian Schönwiese, „the sound of leadership“
  • Man ist gut vernetzt, wenn … sowohl die berufliche als auch private ­Entwicklung dadurch gefördert wírd.
  • Diese bekannte Persönlichkeit ist für mich ein/e begnadete/r NetzwerkerIn ... Rudi Semrad, der ehemalige Swatch CEO, jetzt engagiert für „Österreich verbindet ­Welten“. 
  • Ich hätte mich gern mit folgender ­historischen Person vernetzt ... John F. Kennedy.
  • Die ersten drei Begriffe, die mir zur HKSÖL einfallen, sind ... das engagierte Team, die interessanten Mitglieder und die hochwertigen Veranstaltungen.
  • Dieses Buch lese ich gerade … „Zusammenhänge: Wie wir lernen, die Welt wieder zu verstehen“ von Wolf Lotter.
  • Berge oder Meer? ... Meer, denn in meiner Heimat in Vorarlberg lebe ich in einer wunderbaren Berglandschaft.
  • Zuletzt habe ich gelacht … bei Viktor Gernot, „Im Glashaus“ auf ORF III. 

 

 

März 2021 

Gemeinsam durch Jahrzehnte

Heinrich Auer (c) Holzmanufaktur und Vitrinenbau Auer
Heinrich Auer (c) Holzmanufaktur
und Vitrinenbau Auer

Seit über 120 Jahren stellt die Holzmanufaktur und Vitrinenbau Auer in Innsbruck hochwertige Einrichtung her, seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie Mitglied bei der HKSÖL.

Der Familienbetrieb wird von Heinrich und dessen Sohn Thomas Auer geleitet. Ersterer sprach mit uns über die gemeinsame Zeit seines Unternehmens mit der HKSÖL.

HKSÖL: Wie haben die HKSÖL und Sie zusammengefunden?

Heinrich Auer: Über eine Aktivität der HKSÖL-Repräsentanz in Innsbruck – ich weiss nicht mehr, ein Event oder vielleicht eine Fahrt in die Schweiz. Ich habe mir das angesehen und wusste gleich, dass das eine gute Sache ist.

HKSÖL: Wie passt das Netzwerken im Rahmen der Handelskammer in Ihr Gesamtkonzept?

Auer: Wir haben mehrere Standbeine. Bei einigen haben wir direkte Kontakte, bei anderen ist es gut, wenn man über die Handelskammer neue Personen kennenlernen kann. Eine unserer Spezialitäten ist Museumsvitrinenbau. Das ist eine Marktnische, in der wir selbst alle Kunden kennen. Und wir arbeiten mit Konzernen aus Österreich direkt zusammen. Unter anderem haben wir in der Schweiz für Swarovski das Headquarter eingerichtet. Auch mit Architekten haben wir bereits viele Lösungen in der Schweiz umgesetzt. Ein weiteres Spezialgebiet sind Schiffseinrichtungen für Fähren und Passagierschiffe. Da arbeiten wir mit der ÖSWAG Werft in Linz zusammen.

Wenn es aber z. B. um den Hotel- oder Restaurantbereich geht, ist das Netzwerk der HKSÖL sehr interessant für uns. Ausserdem gestalten wir Privathäuser. Dabei geht es um hochklas­sige Wohnungsausstattungen. In dem Segment und auf diesem Niveau sind hochkarätige persönliche Kontakte, wie man sie bei der HKSÖL pflegen kann, sehr wichtig.

HKSÖL: Wobei hat Ihnen die HKSÖL besonders geholfen?

Auer: Sehr viel hat mir die Kammer bei rechtlichen und steuerlichen Fragen ­helfen können. Wertvoll war für uns auch immer die Unterstützung bei Montagen. Es gibt dabei sehr viele Vorschriften, die sich laufend ändern. Da hilft uns die HKSÖL sehr. Sie recherchiert das und gibt mir dann zeitnah hervorragende Informationen weiter.

HKSÖL: Was wünschen Sie sich für die nächsten 30 gemeinsamen Jahre?

Auer: Nur, dass die Zusammenarbeit so gut weitergeht wie bisher.

 

Geschichte unserer Kammer

Nach dem 1. Weltkrieg und den auf ihn folgenden Veränderungen wurde am 5. Dezember 1921 die Schweizer Handelskammer in Wien mit dem Ziel gegründet, die Lage Wiens als Handels- und Umschlagplatz mit den Ländern Osteuropas und des Balkans auch nach dem Untergang der Donaumonarchie zu nutzen. Unter den Gründern waren namhafte Vertreter schweizerischer und österreichischer Unter­nehmen in Wien. Als wichtiger Pionier darf dabei Herr Dr. Joseph Jörger gelten, der bis 1955 die Leitung der Handelskammer inne hatte.
 
Die Anfangszeit der Kammer war wirtschaftlich schwierig. Erst die Übernahme der Tou­rismuswerbung ab 1925 brachte der Kammer eine solide finanzielle Basis und si­cherte ihre weitere Existenz. Während des 2. Weltkrieges wurden die Schweizer und die Italienische Handelskammer nicht liquidiert und bildeten damit die beiden einzigen, noch im Betrieb bleibenden, ausländischen Handelskammern. 
Nach Kriegsende leistete die Schweizer Handelskammer sogar als überhaupt einzige ausländi­sche Handelsvertretung in Österreich ihren wertvollen Beitrag zur Normalisierung und zum Wiederaufbau der multilateralen Handelsbeziehungen.
 
Nach der Trennung vom Verkehrsbüro und der damit verlorenen Finanzierung und der bevorstehenden Pensionierung von Joseph Jörger schien 1955 das Ende der Kammer nahe. Die Leitung wurde daraufhin Dr. Alfred Wolf  und dem Präsidenten Dr. Robert Thyll-Dürr übertragen. Diese beiden Herren reorganisierten durch forcierte Mitgliederwerbung und durch die Verbesserung der Handelsbedingungen nach dem Zustandekommen des Staatsvertrags die Finanzierung und sicherten damit den Fortbestand der Kammer.
 
Durch ihre beständige Tätigkeit leistete die Schweizer Handelskammer in Österreich einen wesentlichen Beitrag zur Förderung und Intensivierung der schweiz-österrei­chischen Wirtschaftsbeziehungen. Im Jahr 1973 wurde unter Thyll-Dürr’s Nachfolger Walter Schneider die Mitgliedschaft auch österreichischen Unternehmen ermöglicht. 
Ab 1985 leisteten auch die bei österreichischen und schweizerischen Banken einge­richteten Repräsentanzen der Handelskammer Schweiz-Österreich einen wesentlichen Beitrag zur immer erfolgreicher wer­denden Öffentlichkeitsarbeit.

Liechtenstein wird seit dem Jahr 2002 durch die Handelskammer vertreten und 2009 wurde der Vereinsname in „Handelskammer Schweiz-Österreich-Liechtenstein“ geändert. Die Wirtschaftskammer Liechtenstein agiert seit 2012 als wichtige Repräsentanz der HKSÖL und Frau Angelika Moosleithner, First Advisory Group in Liechtenstein, stärkt als Vizepräsidentin die Tätigkeiten der Kammer. Neben der Vorabendveranstaltung zur 90. Generalversammlung 2013 im Schloss Vaduz, konnten auch einige weitere Veranstaltungen im Fürstentum Liechtenstein erfolgreich abgehalten werden.  

Unter dem Kammerpräsidenten Jean-Daniel Cornaz (Vetropack Holding) wurde die Kammerstruktur und –organisation modernisiert und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst. In der Amtszeit von Präsident Franz Wipfli (Zürich Versicherung) fand der offizielle Einbezug Liechtensteins in den Namen und die Aktivitäten der Kammer statt. Diese Dynamik wurde mit der Wahl von Dr. Arthur Wulkan (UBS) als Präsident von 2002 bis 2011 und von Heinz Felsner ab 2011 weiter verstärkt und bis heute fortgesetzt.