Was macht die Schweiz so erfolgreich?
Ein Blick hinter die Kulissen eines Vorzeigestandorts

v.l.n.r.: Urs Durrer, Gerald Gahleitner, Matthias Hofstätter, Urs Weber, Oliver-Christoph Günther © leadersnet.at/ C. Holzinger
v.l.n.r.: Urs Durrer, Gerald Gahleitner, Matthias Hofstätter, Urs Weber, Oliver-Christoph Günther © leadersnet.at/ C. Holzinger
Mittwoch, 17.06.2026 - 16:30 - 20:00
LeitnerLeitner, ConventGarden, Kapuzinerstraße 38, 4020 Linz

Der Top Talk „Vorzeigestandort Schweiz“ brachte führende Experten aus Wirtschaft, Steuern und Recht zusammen, um die besonderen Rahmenbedingungen sowie die zentralen Erfolgsfaktoren des Wirtschafts- und Unternehmensstandorts Schweiz und die sich daraus für international wachsende Unternehmen ergebenden Chancen näher zu beleuchten. Weiters wurden die maßgeblichen steuerlichen Aspekte im Verhältnis Schweiz-Österreich dargestellt und Erfahrungen aus der Praxis anhand ausgewählter Case Studies geteilt.

Der Schweizer Erfolgsweg – Föderalismus als Standortvorteil

Urs Durrer, Vorsteher des Amts für Wirtschaft im Kanton Schwyz (Amt für Wirtschaft Kanton Schwyz), eröffnete mit einem Überblick über die Erfolgsfaktoren der Schweiz. Besonders prägend ist die ausgeprägte Autonomie der Kantone: Sie gestalten ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weitgehend eigenständig und stehen dadurch im Wettbewerb miteinander.

Diese föderale Struktur wirkt wie ein Innovationsmotor. Die Kantone agieren unternehmerisch, schaffen gezielt attraktive Bedingungen für Wirtschaftstreibende und fördern so wirtschaftliches Wachstum und Dynamik. Der Kanton Schwyz veranschaulicht die daraus resultierende Standortattraktivität besonders eindrucksvoll – nicht zuletzt durch die stetig steigende Zahl an Unternehmensgründungen.

Als wesentliche Erfolgsfaktoren wurden neben Stabilität und Planungssicherheit insbesondere auch die gezielte Förderung von Innovationen, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie attraktive steuerliche Rahmenbedingungen hervorgehoben. Das Zusammenspiel dieser Faktoren macht die Schweiz zu einem international wettbewerbsfähigen und attraktiven Wirtschaftsstandort.

Österreich im Fokus – Strukturierung und Steuerfragen im internationalen Kontext

Darauf aufbauend gaben Matthias Hofstätter, Steuerberater und Partner bei LeitnerLeitner (Steuerberater Österreich | LeitnerLeitner), und Oliver‑Christoph Günther, Rechtsanwalt und Partner bei LeitnerLaw Rechtsanwälte (LeitnerLaw Rechtsanwälte | Rechtsanwalt Linz, Wien Graz), einen Überblick über die steuerlichen Besonderheiten grenzüberschreitender Aktivitäten zwischen Österreich und der Schweiz.

Im Fokus standen verschiedene Strukturierungsoptionen für Unternehmen – von der Errichtung einer Betriebsstätte bis zur Gründung einer Tochtergesellschaft in der Schweiz. Dabei wurde insbesondere aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen eine steuerliche Zuordnung von Einkünften erfolgt und welche praktischen Auswirkungen sich aus der jeweiligen Struktur ergeben.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Funktionsverlagerung ins Ausland. Werden Geschäftstätigkeiten einschließlich der damit verbundenen Vermögenswerte sowie Chancen und Risiken von Österreich in die Schweiz verlagert, kann dies steuerliche Folgen nach sich ziehen. Insbesondere die Besteuerung stiller Reserven im Rahmen einer allfälligen Wegzugssteuer wurde dabei beleuchtet.

Abgerundet wurde der Beitrag durch einen Einblick in konzerninterne Leistungsbeziehungen. Im Mittelpunkt stand dabei der Fremdvergleichsgrundsatz, wonach Vertragsbeziehungen zwischen verbundenen Unternehmen so gestaltet sein müssen, wie sie auch zwischen unabhängigen Dritten vereinbart werden würden. Die Einhaltung dieses Grundsatzes stellt eine wesentliche Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung von Verrechnungspreisen dar.

 

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